Ich bin seit Jahren ein richtiger "Fan" der Adobe Produkte. Illustrator und Photoshop begleiten mich schon einer halben Ewigkeit. Und ja, ich muss sagen: Es gibt keine richtige Alternative dafür. Jetzt mag der Open-Source Heini laut "GIMP!" schreien. Aber nein. Gimp ist für mich keine alternative. Es bietet trotz anderer Behauptungen schlichtweg nicht die Features von Photoshop, ist in Bezug auf die Oberfläche eine Katastrophe und wird es meiner Meinung nach auch niemals in die Liga der "Professionellen" schaffen. Gimp ist etwas für Hobbygrafiker und Freizeit-Designer. Aber mehr eben auch nicht. Um wirklich in der Pixelgrafikwelt voran zu kommen, kommt ein halbwegs professioneller Grafiker nicht an Photoshop vorbei. Und soll's Richtung Vektorgrafiken gehen, so ist Illustrator einfach "das" Programm schlechthin.
Man sollte die Produkte einer Firma nicht allzu sehr loben. Aber Photoshop und Illustrator allein mögen zwar die bekanntesten Beispiele sein. Aber sie sind nur ein Teil des ganzen Adobe Pakets. Da kommen dann noch nützliche Programme wie beispielsweise Flash, Dreamweaver oder die gesamten Acrobat-Geschichten dazu.
Ein Monopolist, das ist Adobe auf jeden Fall. Gerade in der Designwelt kommt unsereins einfach nicht mehr um Adobe Programme herum. Aber ebenso geht es auch Büros oder Webdesignern. Was wären wir ohne PDF? Ohne Flash Animationen? Würden wir ohne Illustrator & co. noch immer auf altbackenen CAD-Maschinen arbeiten? Womöglich nicht. Aber die Web- und Werbewelt wäre deutlich trister ohne Adobe Produkte.
Eigentlich sollte man Adobe ja für seine grandiosen Produkte lieben. Aber leider ist sich das Unternehmen seiner Monopolstellung absolut bewusst. Und sie nutzen das auch schamlos aus. Wer die Preise für die Komplettpakete (so genannte "Master Collections") oder die Einzelsoftware ansieht, weiss wie tief man in die Tasche greifen muss. Seit einigen Versionen kommt nun auch die leidige Onlineaktivierung dazu. Und als würde das nicht reichen, kommt nun der neueste Knaller:
Die neueste Paketversion (CS4) scheint nun plötzlich keine Aktivierung mehr zu besitzen. Jemand, der an einem Computer ohne Internetanbindung sitzt, wird sich nun auch freuen, denn dieser Benutzer darf nun beispielsweise das komplette Adobe-Programm ohne Aktivierung benutzen. Wer allerdings das Netzwerkkabel nicht gezogen hat, fällt dabei mächtig auf die Nase. Adobe hat angekündigt, dass die Aktivierung der CS4-Produkte fortan nicht mehr offen stattfindet, sondern nur noch "verdeckt" im Hintergrund vollzogen werden soll. Ein Schelm, wer hier schlimmes denkt? Nein, denn für mich persönlich ist damit die Schwelle zur verdeckten Spionage überschritten. Auch wenn Adobe mitteilt, dass sie "nur" die IP-Nummer weiterleiten, so stimmt mich diese Massnahme nun wirklich sehr nachdenklich. Wenn ich nicht mehr kontrollieren und bestimmen kann ob eine Software irgendetwas hinaus schickt, dann ist die Transparenz nicht mehr vorhanden. Woher soll ich bitteschön wissen, dass künftig z.B. mein Virenscanner nicht meine Kontodaten und passwörter weitergibt? Und woher soll ich bitteschön wissen, dass mein neues screenshot-Tool nicht plötzlich Kontaktdaten ausliest und an dubiose Unternehmen weiterleitet?
In einer Zeit, in der bereits über 50% der Oberfläche von Zigarettenschachteln aus Warnhinweisen besteht und Alterskennzeichnungen auf Spieleverpackungen fast das ganze Cover verdecken, könnte unsereins doch erwarten, dass solche Massnahmen entweder gänzlich unterbunden werden oder zumindest deutlich gemacht werden müssen. Nun schreit der Verkäufer natürlich gleich: "Aber Herr Benutzer! Das steht doch alles in den Nutzungsbedingungen. Das haben Sie doch gelesen?"
Nein, das habe ich nicht! Und das tun auch die wenigsten halbwegs normalen Menschen. Denn genau diese Nutzungsbedingungen sind derart lang, verschachtelt und nichtssagend, dass sich niemand die Mühe macht, das alles zu lesen. Daher: Kennzeichnungspflicht für Onlineaktivierung (inkl. ja/nein-Abfrage) und Kopierschutzmassnahmen. Das wäre doch im Sinne des Konsumenten, wie ich finde. Am besten machen wir es wie bei den Zigaretten:
In Deutschland wäre dann beispielsweise bei Computerspielverpackungen 60% der Verpackung mit Altersempfehlungen zugepflastert. Dann weitere 39% für die Warnhinweise in Bezug auf die Kopierschutzmassnahmen und die Onlineaktivierung. Wenn der Spielehersteller sich also bemüht, kann er auf dem verbliebenen Prozentanteil der Verpackung noch den Titel des Spieles nennen. In der Schweiz passt dann mangels übergrosser Altersempfehlung sogar noch ein hübsches Bildchen drauf. Wie edel!
Wir bewegen uns mittlerweile nicht nur gezielt in Richtung USA (ich warte schon drauf, dass Trinkgläser künftig mit Warnhinweisen Tapeziert werden: "Bitte Glas nicht essen."; "Bitte Glas nicht zerbrechen und als Waffe benutzen."; "Achtung, zerbrochenes Glas kann den Tod herbeiführen." usw.), sondern schaufeln mit unserer Kaufmentalität unser eigenes Konsumentengrab. Die Monopolisten werden ja immerhin von uns gefüttert.
Hype - Das englische Wort für aggressive Werbung und Betrug
So lautet die Devise der Spielebranche. Das haben nicht nur die Singleplayerspiele-Hersteller erkannt. Die MMO-Branche treibt es dabei auf die Spitze. MMOs werden heutzutage gehypet, dass die Balken biegen. Das Spektakel stellt sogar den Medienrummel um die US-Präsidentenwahl in den Schatten. Da wird versprochen, gelobt, inkognito Forenwerbung betrieben und natürlich auch hie und da die "Viral Marketing"-Kiste ausgepackt. Ob dann wirklich alles gehalten wird, ist eher fraglich. Zumindests hat uns die Erfahrung gezeigt: Nein, nicht alles was glänzt ist auch wirklich "gold". Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der Goldstatus ist bei Release meistens weit entfernt.
Ein Beispiel hierfür ist Hellgate London. Es wurde damit geworben, dass "Ex-Diablo Mitarbeiter" das nächste Hack and Slay Fest realisieren sollen. Ein schickes Logo, ein Cover, welches irgendwie an Cthulhu erinnern soll - und dann die ganzen Versprechungen. Es sollte die Lücke zwischen MMO und Diablo schliessen. Endloser Content wurde versprochen. Premiummitgliedschaften, welche die Spieler ewig an das Spiel binden sollten. Das konnte doch nur zur Cashcow werden?
Alles kam anders. Das Spiel ist äusserst trist und uninteressant ausgefallen. Nach der ersten Spielstunde stellt sich schon Langeweile ein. Der bekannte Diablo-Suchtfaktor blieb aus. Und als wäre das nicht genug: Die wenigen Premiumkunden wurden um ihr Geld betrogen. Immerhin wurde kein Premium-Content nachgeliefert.
Fazit: Die Spieleschmiede (Flagship) ging flöten und die Hellgate Server werden demnächst geschlossen. Aus die Maus - kein Multiplayerspass mehr im Dämonen-verseuchten London.
Ein weiteres Beispiel ist wieder einmal unser aller lieblings-MMO Age of Conan. Es wurde über eine sehr lange Zeit gehyped, was das Zeug hält. Was wurde denn alles Versprochen? Gewaltige, realistische Grafik, ein innovatives Kampfsystem, epische Belagerungsschlachten und spannende PVP-Schlachten. Dann noch all die schönen kleine Details. Das so genannte "Drunken Brawling", also die Kneipenschlägereien, fehlt bis heute.
Eines ist klar: Die Grafik ist wirklich sagenhaft - auch wenn uns zumindest Spiele wie Farcry vorgemacht haben, dass auch schon vor ein paar Jahren eine deutlich realistischere Pflanzenlandschaft möglich war. Ansonsten sieht Age of Conan aber sehr gut aus. Ist das aber vielleicht auch nur eine Mogelpackung? Aussen hui, innen pfui?
In gewisser Hinsicht ja, auf der anderen Seite aber auch nein. Age of Conan zeigt einen Detailreichtum, der besonders bei MMOs seines gleichen sucht. Ich verliere mich immer wieder in dieser sagenhaft gestalteten Welt. Und laufen an mir Barbaren in dicken Fellrüstungen vorbei, die so grimmig dreinschauen als würden sie gleich über einen herfallen: Dann weiss ich, dass dieses Spiel auf jeden Fall seinen Preis wert ist.
Aber wie sieht es mit den monatlichen Kosten aus? Da hapert es doch etwas. Questlöcher von 1-80 machen den Spielfluss zur Katastrophe. Ich habe bereits damit begonnen mich von anderen Spielern durch Gegnerhorden ziehen zu lassen, weil mich das ewige Level-Gegrinde einfach nur nervt. Und auch da fehlt so manches.
In der PVP-Ecke gibt's einfach nicht viel. Man kann vielleicht in Kheshatta herumrennen und random Leute töten. Macht das aber Spass? Nicht wirklich. Auch fallen die Minigames eher mässig aus. Wirklich grässlich sind dabei die Belagerungsschlachten, welche einfach nur lieblos reingeklatscht wurde. Man merkt einfach, dass hier vieles nicht zu Ende gedacht wurde. Die Belagerungen und die Städte hätten sie sich getrost sparen können. Denn dieser "Klotz am Bein" des Spielers ist eher mühsam als spassig. Es gibt eigentlich keinen wirklichen Grund ins PVP einzutauchen. Und da ändert auch das Konsequenzensystem nichts. Denn Mörder... sind keine Gegnerpartei. Immerhin kann man auf einem PVP-Server alles und jeden OHNE Konsequenzen töten. Der Sinn der Sache wäre es eigentlich verfeindete Parteien zu schaffen und den "Mord" an Unbeteiligten mit dem Mörderflag zu bestrafen. Aber auch hier hat Failcom wieder einmal gezeigt wie schlecht man gute Ideen doch umsetzen kann.
Der PVE-Part des Spieles ist ebenfalls eher mässig. Die Raids machen nicht so viel Spass wie beispielsweise bei WoW. Und da sie über Monate hinweg die ganzen Raidgegner nicht von Fehlern befreien konnten, wird das ganze zum billigen Spass. Die einen Gegner sind nicht totzukriegen und die anderen sind leichte Beute mittels Exploits. Und auch wenn man sich von Raidgruppen entfernt, bleibt nicht viel Spass übrig. Die Gruppeninstanzen sind fad, lang und bringen zu wenig. Die Gegnerhorden brauchen eine gefühlte Ewigkeit bis sie mal tot sind. Und das zehrt auch an der EXP-Ausbeute: Es bringt schlichtweg nichts sich durch langweilige Skorpionverseuchte Höhlen zu kämpfen. Denn weder Quests, noch Grind geben genug EXP, Gold oder Items. Was bleibt einem also noch? Klar, das Gegner-Grinden. Aber auch da wird's auf dauer einfach nur fad. Irgendwann hat man einfach keine Lust mehr Viecher zu töten.
Wirklicher Pluspunkt stellen dabei aber die (wenigen) Quests dar. Immer mehr Quests sind vertont. Ausserdem stecken teilweise recht witzige Ideen dahinter, auch wenn manches mal die Qualität arg in den Keller sinkt. Dennoch macht es Spass questbedingt durch ganze Gegenden zu prügeln und Belohnungen einzusacken. Durch die Marker auf der Karte wird das ganze noch flüssiger und angenehmer. Das Questen (wenn es denn möglich ist), kann ich persönlich also nur als überaus gelungen darstellen. Es macht mehr Spass als bei Herr der Ringe Online - und mancherorts übertrifft es sogar WoW. Denn gerade das langweilige Gegnerkloppen bis ein Gegenstand fällt, gibt es quasi nicht in AoC. Dadurch wird das Questen eine klare, feine und angenehme Sache.
Ein weiterer Punkt, der in AoC vergeigt wurde, ist das Handwerkssystem. Einfach und brauchbar sollte es sein. Aber was haben sie daraus gemacht? Eine öde Rohstoff-Farmerei mit gefühlten 50'000 Ressourcenarten. Die Items waren im Grunde grösstenteils unbrauchbar oder mangels T3 Gildenstadt schlichtweg nicht erreichbar. Das soll sich nun ja endlich ändern. Ein brauchbares System wird langsam implementiert. Aber ist es wirklich gut, dass eine sachte Implementierung eines guten Systems erst nach einem halben Jahr geschieht? Für alle, die Spielpause machen: Sicher! Für Spieler wie mich, die Failcom treu geblieben sind: Nein, definitiv nicht.
Und da kommen wir sogleich auch zu den Patchgeschichten. Denn was zu Beginn geschehen ist, war eine halbe Katastrophe. Es wurden Dinge angekündigt, welche erst in einem halben bis Jahr kommen sollten. Dennoch wurde den Spielern vorgegaukelt, dass es nur noch eine Frage von Wochen oder höchstens ein paar Monaten war. Und statt die ersehnten grossen Updates einzuspielen, haben sie es schlichtweg völlig verbockt mit den Patches Sympathie einzuheimsen. Es gab jede Woche einen Minipatch. Und dass hie und da nur ein "Die Pferdepreise wurden gesenkt." drin war - und nächste Woche ein "Die Pferdepreise wurden wieder angepasst" zu lesen war: Das machte Failcom nicht gerade Sympathischer. Solche Dauerbrenner gab es zuhauf. Da war beispielsweise auch die Arena in Tarantia darunter: scheinbar jede Woche wurde ein Patch für die Arena geliefert. Dennoch haben sie es über einen langen Zeitraum nicht geschafft, dass die Arenaquests richtig funktionierten. Das hätte durch intensive Tests vermieden werden können.
Dies haben sie nun etwas geändert. Ein völlig anderer Kurs: Es werden nur überaus grosse Patches erstellt. Ganze Systeme oder Gebiete werden eingespielt. Die Spieler sollen endlich sehen, dass etwas gemacht wird und das Spiel voran geht. Aber ist das wirklich genug? Ich denke nicht. Denn gerade wichtige Dinge wie Raidboss-Bugs etc. werden so über Monate hinweg nicht angepackt. Und sollte es ein Patch mal nicht in die Patchnotes schaffen, so muss man damit rechnen, dass es wieder 1-2 Monate dauert bis die Theoretische Chance besteht, endlich eine Verbesserung zu erleben.
Bei kommenden Spielen erwarte ich ja ähnliches. So vermag es Knights of the Old Republic Online von Bioware nicht wirklich zu überzeugen. Dennoch wird auf dem guten Ruf der Singleplayerspiele aufgebaut. Wird das fruchten? Viele werden angezogen werden. Das ist sicher. Aber so wie das Spiel bislang aussieht... bezweifle ich eher, dass es so gut wird, wie es alle erwarten.
Failcoms drittes MMO (mit interessantem Setting, muss ich zugeben): The Secret World - das sieht zwar alles sehr vielversprechend aus. Aber bereits jetzt zeichnet sich wieder der Hype-Wahn ab. Wird das Spiel wirklich so gut? Nach Failcoms Scheitern mit Age of Conan (und diese Lizenz ist nicht zu verachten!) ist es eher fraglich ob "The Secret World" wirklich das wird, was der Hype verspricht.
Und was steht bislang noch in weiter Ferne? Gerade in der MMO-Branche kommt noch einiges auf uns zu. Beispielsweise das von mir mit Faszination erwartete Mortal Online, welches bislang ohne unnötigen Hype auskommt. Oder Elder Scrolls Online (Oblivion, Morrowind, etc.), wovon bisher nur die Domainregistrierung und der Projektbeginn bekannt sind.
Es ist sicher, dass noch weitere Spiele auf den MMO-Zug aufspringen werden. Und dabei darf wieder gehyped und gelogen werden. Der Konsument ist dumm genug zu kaufen. Denn was versprochen wird, schafft Interesse. Und so geraten wir in einen Sog und lassen uns von der Konsumsucht überrumpeln. Denn wer würde nicht gerne das "perfekte" MMO spielen? Ich zumindest warte noch immer auf Ultima Online 2 - die Rückkehr der Legende.
Aktualisiert ( Dienstag, 28. Oktober 2008 um 10:13 )
Die Quartalsberichte trudeln ein
Geschrieben von: Cahin
Montag, 13. Oktober 2008 um 09:44
Die Weltwirtschaft steht am Abgrund, die Konten werden aufgelöst - und der alte Sparstrumpf wird wieder aus der Kiste geholt. Bei all dem Medienplunder, der in letzer Zeit in die Masse geworfen wird, könnte man meinen, dass die Welt (zumindest aus wirtschaftlicher Sicht) kurz vor dem Untergang steht. Jetzt heisst es Speck anfressen, die eisernen Reserven füllen und auf bessere Zeiten hoffen!
Dass nun auch die Quartalsberichte anstehen und firmenpolitische Entscheidungen getroffen werden müssen, steht natürlich ausser Frage. Vorgemacht hat es beispielsweise SAP:
Wie man letzthin auf Infoweek.ch lesen durfte, führt SAP klare (also prophylaktische?) Massnahmen gegen die drohende Krisa durch. Dabei wird damit geworben, dass freigewordene Stellen nicht neu besetzt werden und sogar die so genannten "Chefs" als Vorbild vorangehen und "nur" noch (wie schrecklich!) per Economy-Klasse durch die Welt jetten. Medienwirksam ist es auf alle Fälle. Auch wenn es nur Tropfen auf den heissen Stein sind, so wirkt es doch als würde man mit aller Macht Arbeitsplätze wahren wollen. Dass der Leser aber klar an der Nase herumgeführt wird, lässt man aussen vor. Denn seien wir mal ehrlich: Bei einem Unternehmen dieser Grösse sind einige Economy-Tickets und leere Bürosessel wirklich alles andere als tragisch. Doch das Unternehmen weiss: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Offenbar befürchtet das Management weniger die Drohende Krise, als den durch die Stellenstreichungen resultierenden Imageverlust. Natürlich soll auch der "gewöhnliche" SAP-Mitarbeiter das Gefühl haben, dass die Firma für ihn da ist und keine Stellen einfach so in den Sand setzt. Immerhin gilt es Know-How zu wahren. Denn gerade bei solchen Unternehmen verlassen die Ratten bereits das sinkende Schiff bevor es überhaupt in See stechen konnte.
Dass der Quartalsbericht ansteht und die Investoren beschwichtigt werden müssen hat uns auch die Spieleschmiede Funcom (Age of Conan) vorgemacht. Statt den Kunden das zu liefern, was ihnen zusteht (einen "weltklasse Support" und "bahnbrechenden Content" - Zitat Funcom), streichen sie kurzerhand alle offenen Stellen, die gerade zufällig nichts mit ihrem nächsten MMO "The Secret World" zu tun haben. Dass der liebe Herr Investor natürlich erkennt, dass Funcom nun "totalste und radikalste" Massnahmen ergreifen - das liegt "natürlich" auf der Hand. Dass sie über Jahre hinweg einfach plan- und ziellos vor sich hinentwickelt haben und mit einem zu frühen Release des MMO-Hits "Age of Conan" gut die Hälfte der Spieler verloren haben, erkennt aber auch ein blindes Huhn. Opfer des ganzen wurden die Leute, welche zum politischen Opfer wurden und statt eines feinen Arbeitsvertrages ein 0-8/15 Absageschreiben im E-Mail Postfach liegen haben. Offenbar war Funcom dabei so gründlich, dass sie sogar Leute aus der Ferne zur "Einarbeit" nach Zürich (ins bedrückend leere Grossraumbüro) geholt haben, nur um ihnen anschliessend eine Absage verpassen zu können.
Ob dies wirklich reicht um die Investoren von Funcoms Firmenpolitik zu überzeugen, ist doch eher fraglich. Doch immerhin wird erneut ein Haufen Geld für den Personalprozess verprasselt. Ausserdem darf Funcom sicherlich noch mit weiteren Spielerverlusten rechnen, wenn sich nun nicht etwas grundlegend ändert. Doch da lässt zumindest der neue Fahrplan des neuen Game Directors Craig Morrison hoffen: Statt nur leere Versprechungen zu machen und alle 1-2 Wochen einen kleinen fehlerhaften Patch in die Menge zu werfen (der ein paar Tage später nochmals gefixt werden muss, da der Patch mehr Fehler brachte als ausmerzte), arbeiten sie nun mit "Hochdruck" daran zumindest halbwegs grosse Inhaltspatches vor die Meute zu werfen. Das lässt zwar hoffen. Doch ob und wie lange sich das "niedere Volk" noch vertrösten lässt, ist fraglich. Ich zumindest frage mich wirklich, weshalb ich dieses teuerste aller MMORPGs überhaupt finanzieren soll. Immerhin finde ich (wie viele andere) kaum mehr Anreiz um noch weiter zu spielen.
Nun, warten wir mal den Quartalsbericht ab. Mich interessieren die Zahlen ja sehr. Im letzten war noch von rund 800'000 Spielern die Rede. Frage mich ob wir schon unter 300'000 sind...
Aktualisiert ( Montag, 13. Oktober 2008 um 09:46 )
Mortal Online - Eine Rollenspielhoffnung?
Geschrieben von: Cahin
Sonntag, 12. Oktober 2008 um 15:54
Meine Online-Rollenspiel-Geschichte ist eng mit dem einen, dem einzigartigen Ultima Online verbunden. Es war eines der ersten grafischen MMORPGs und in seiner Art bahnbrechend und einzigartig. Es hat eine ganze Generation von Online-Rollenspielern geprägt. Auch heute (nach über zehn Jahren) rühmen sich Rollenspielveteranen mit ihren Erlebnissen auf OSI oder div. Freeshards.
Leider ist es aber auch eine traurige Tatsache, dass seit Jahren schon kein würdiger Nachfolger mehr für Ultima Online gefunden werden konnte. Die Erinnerung an Origins (neu EA) einzigartiges MMO scheinen da schon langsam zu verblassen. Unsereins gibt sich dann leider sehr rasch mit Junkfood-MMOs wie beispielsweise World of Warcraft, Warhammer Online oder Herr der Ringe Online zufrieden. Besonders aber für "echte" Rollenspieler bieten solche Spiele keine ausreichend freie und anregende Basis. Im einen Spiel fehlt gänzlich die Atmosphäre, im anderen gibt's so gut wie keinen "customizable content" - und am Ende gibt man sich mit faden Raids, langweiligen Kampfsystemen und miserablen Rollenspielerlebnissen zufrieden.
Nach langer Zeit scheint es nun einige Hoffnungsschimmer zu geben. Die Idee ein so genanntes "Sandbox MMO" zu produzieren schwebt seit Jahren bereits in der Luft. Es gab schon einige Versuche. Geklappt hat leider nichts davon. Entweder ging die Entwicklung grundsätzlich in die Hose oder es wurde einfach nicht weit genug gedacht. Ein simpler UO Klon kann nicht das "NextGen-UO" werden. Nun scheint es aber so, dass sich erste Spiele am Horizont ankündigen, die das ganze auf eine deutlich professionellere und sinnvollere Art und Weise anpacken. Ein "Newcomer" ist dabei Darkfall, ein recht vielversprechendes und offenbar sehr PVP-lastiges MMORPG. Das Problem an diesem Spiel ist jedoch, dass es mich stilmässig und optisch nicht zu überzeugen vermag. Es ist eine Art "karges" WoW. Dabei sieht die Grafik zwar deutlich frischer aus, vermag aber vom Stil her nicht zu überzeugen. Und als würde dieses angestaubte Feeling nicht reichen: Die Charaktere sehen insgesamt extrem überzogen und übertrieben jugendlich aus. Das im Zusammenhang mit der Tatsache, dass die Charaktere aus Klonfabriken entkommen sein könnten, zerstört mir persönlich das Interesse an diesem Spiel. Doch Abhilfe schafft ein frisches MMO-Projekt, welches durch einen offenbar recht wohlhabenden Ultima Online Fan ins Leben gerufen wurde: Mortal Online.
Das Spiel scheint dabei genau die dinge zu versprechen, die ich seit UO vermisse. Zusätzlich aber um sinnvolle und interessante Neuerungen ergänzt:
Freies Player Housing, Offenes World-PVP, freie & skillbasierte Charakterentwicklung, Spieler-Städte, Spieler-Gottheiten (die auch Vorteile mit sich bringen sollen), die Freie Wahl ob Klassenskills oder "Allrounder" (ja und selbst Diebe sind mit von der Partie!), eine gigantische & offene Welt, high-fantasy Setting - jedoch mit halbwegs realistischer und interessanter Optik, skillbasiertes PVP (also kein Knöpfchen-Instant-Win), First-Person & ggf. Third person, Kampf auf Reittieren in vollem Umfang möglich, freie Welterkundung mit vielen Reittieren & selbstgesteuerten Schiffen, diverse Fremdrassen (jedoch sehr realistisch gestaltet), stark Mittelalter-lastig mit Anleihen aus div. Hochkulturen (z.b. das alte Rom), uvm.
Ob sie das alles wirklich schaffen - das steht wohl in den Sternen. Bislang scheint der Releasetermin für Sommer 2009 jedoch etwas unrealistisch zu sein. Doch auch wenn es noch massiv verschoben werden sollte: Interessant klingt es allemal.
An Medien gibt es nicht gerade allzu viel. Es gibt einige Konzeptbilder und diesen vorgerenderten Spielausschnitt von der römisch anmutenden Stadt Tindrem:
Zusätzlich dürfen wir den ersten Teaser Trailer von Mortal Online auf Youtube & co. bewundern:
Aktualisiert ( Sonntag, 12. Oktober 2008 um 16:05 )
Datenschutz? Gibt's bald nicht mehr.
Geschrieben von: Cahin
Samstag, 11. Oktober 2008 um 17:57
Wie man letzthin auf einigen News-Sites wie beispielsweise heise.de lesen konnte, gab es eine grössere Demonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung. Dies lässt mich in einer Zeit, in der schon sensible Bankdaten per CD an den BND weitergereicht werden allmählich aufhorchen. Der deutsche Sicherheitswahn scheint dabei ohne Grenzen zu sein. Und dass gerade im Skandal um die Liechtensteinische LGT Bank zu sehr zweifelhaften Mitteln gegriffen wurden, zeigt mir doch recht deutlich, dass hier allmählich ein System ausser Kontrolle gerät.
Ich frage mich allmählich wirklich ernsthaft wie lange es noch weitergeht, bis man kaum mehr die eigene Meinung im Web verbreiten darf, ohne gleich die Handlanger der grossen Kontrollorgane vor der Tür stehen zu haben. Da lobe ich mir aber doch noch den Datenschutz in der Schweiz (resp. Liechtenstein) und bin froh nicht in Deutschland wohnen zu müssen.
Nachdem ich vor ein paar Jahren meine Seite und das Forum geschlossen habe und die Domain Cahin.com doch leider sehr lange in der Versenkung verschwand, habe ich mich nun dazu entschlossen diesen leeren Platz im WWW mit einer kleinen aber feinen persönlichen Seite zu füllen. Bislang habe ich nicht geplant hier wirklich etwas grösseres (wie beispielsweise eine Forencommunity) aufzuziehen. Dennoch möchte ich die Seite künftig nach und nach mit Inhalten füllen. Natürlich sei es jedem freigestellt sich hier auf der Seite umzusehen, einen Gästebucheintrag zu verfassen oder mich per Kontaktformular zu kontaktieren. Gerne nehme ich auch Vorschläge und Ideen an und werde diese (sofern von Nutzen) künftig einfliessen lassen.
Falls jemand Zugang zu den persönlichen Beiträgen haben möchte oder das Interesse an einem eigenen kleinen Abschnitt hier besteht, so steht es euch natürlich frei euch zu registrieren und mir eine Nachricht zukommen zu lassen.